<instant city> ist vieles zugleich: ein
interaktives Computergame, ein unberechenbares Musikinstrument,
ein theatrales Gesellschaftsspiel, eine psychologische
Versuchsanordnung, ein Leuchtkörper, ein Konversationsraum,
ein ästhetisches Testgelände...
Doch auch wenn sich die verschiedenen Aspekte
von instant city benennen lassen, bringt dieser
musik bau spiel automat doch auf eine Art und
Weise Dynamik in den Raum, die neu ist und deren
Qualität immer wieder bestätigt wird.
An einem Tisch können eine oder mehrere
SpielerInnen mit halbtransparenten Bausteinen
Architekturen erstellen und damit modular musikalische
Kompositionen von verschiedenen KomponistInnen
hörbar machen und spielerisch beeinflussen.
Pro Spiel wird eine Komposition ausgewählt.
Jede Aufführung ist einzigartig, weil Reihenfolge,
Zeitfaktor und Kombinationsmöglichkeiten
in den Händen der Spielenden liegen. Zum
heutigen Zeitpunkt haben 10 Musiker eine solche
Komposition, einen so genannten <Musikbausatz>,
hergestellt.
Jedes Spiel, das hier begonnen wird, nimmt einen
einzigartigen, nicht wiederholbaren Verlauf und
wie gespielt wird und was das Spiel auslöst,
ist von Individuum zu Individuum völlig verschieden.
Einige mögen sich nach kurzer Zeit schon
abwenden, überfordert von den grenzenlosen
Möglichkeiten. Mathematisch denkende Spieler
werden vielleicht strategisch vorgehen und versuchen,
Reaktions-Muster herauszufiltern. Ästheten
könnten mit Hilfe der Steine elegante Bauten
errichten - und den musikalischen Effekt so in
den Hintergrund treten lassen. Musikalische Spieler
versuchen vielleicht, möglichst viel Musik
aus diesem «Automaten» zu locken.
Die spielerischen Vorgehensweisen und die möglichen
Gewichtungen sind grenzenlos.
Eine weitere Dimension gewinnt dieser musik bau
spiel automat, wenn sich mehrere Spieler um den
Tisch versammeln. Zwangsläufig entsteht eine
Dialogsituation, verwandelt sich die Aktion auf
dem Tisch auch in eine Reaktionen auf das, was
die anderen tun. Wenngleich es nicht wirklich
eine Möglichkeit gibt, gegeneinander zu spielen,
können doch ästhetische Differenzen
genauso auf dem Tisch sichtbar werden wie unterschiedliche
Persönlichkeitsstrukturen.
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